Du kannst Alexander auf Linkedin oder Youtube finden. Dies ist unser aktuelles Interview mit ihm im Rahmen unserer Kinsta Exklusiv-Serien.

  1. Was ist dein Hintergrund und wie bist du zu WordPress gekommen?

Den ersten Computer haben wir bekommen, als ich acht Jahre alt war. Die Schrift war orange auf schwarzem Hintergrund. Es gab nur ein Spiel und zwar simples Volleyball. Das Großartige daran war, dass man auch den Computer gegen sich selbst spielen lassen konnte. Gewinner gab es dann natürlich keinen 😀

Meine ersten Websites begann ich dann mit 15 zu bauen. Damals noch in Joomla. Grauenhaft. Mein Onkel ließ mich die Online-Präsenz seines Beratungsunternehmens in den Niederlanden erstellen. Danach kamen viele kleinere Projekte für Hinz und Kunz, aber nach und nach verlor ich das Interesse.

Im sechsten Semester meines Informatikstudiums stieß ich dann durch einen Freund aus Zürich auf die wundersame Welt des Affiliate-Marketings. So kam ich dann wieder zurück zur Webentwicklung, lernte WordPress kennen und verfiel der Black Hat SEO. Mit 21 Jahren (2009) brach ich mein Studium ab und gründete mein Einzelunternehmen.

Affiliate-Marketing hatte mein Herz komplett erobert, denn ich liebe das Tüfteln an komplexen Problemen, lebe für den Konkurrenzkampf um die Top-Platzierungen bei Suchmaschinen und bin immer wieder aufs Neue fasziniert von der Psychologie hinter Marketing.

Da alle in meinem damaligen Lieblingsforum WickedFire WordPress nutzten und ich einen soliden Hintergrund in HTML, PHP, CSS und MySQL hatte, war klar, dass es nichts anderes als WordPress für mich gab. Meine ersten Projekte von damals habe ich immer noch. Schlimm, einfach nur schlimm, aber Geld machen sie auch heute noch.

2011 war ein goldenes Jahr im Affiliate-Marketing. Mit WordPress konnte man schnell und einfach Nischenseiten auf die Beine stellen. Den Content ließ ich von Webtextern über Freelancer.com schreiben. Der Linkaufbau wurde automatisiert (ScrapeBox) und über Blognetzwerke realisiert.

Alles lief wie am Schnürchen – bis dann am 24. April 2012 das erste Google Penguin Update ausgerollt wurde. Alle meine Projekte verloren jegliche Sichtbarkeit bei Google. Von Platz 1 für „abnehmen“ bei Google.de auf NTH (Not Top Hundred). Das war hart, aber ich hatte das Ganze ein wenig kommen gesehen und hatte mir viele Fähigkeiten angeeignet, sowohl im technischen als auch im Marketing-Bereich, um trotzdem einfach weitermachen zu können.

Ein paar Monate nach der SEO-Apokalypse gründete ich die heutige Evergreen Media AR GmbH mit der Absicht, nicht nur nachhaltiges Affiliate-Marketing zu betreiben, sondern daneben auch Websites für Unternehmen zu bauen und Suchmaschinenoptimierung anzubieten. Die ersten Kunden waren schnell gefunden, denn ich hatte mir durch meine Affiliate-Marketing-Skills einen Namen in diverse Nischen wie dem E-Zigaretten-Markt gemacht.

Durch meine Geschichte hatte ich einige essentielle Dinge gelernt:

Ende 2014 fing Georg bei mir an und mittlerweile sind wir auf ein Team aus zwölf Leuten angewachsen, wir bieten inzwischen ausschließlich High Performance SEO. Alle unsere eigenen Projekte und 50% der Kundenprojekte laufen dabei auf WordPress.

2. Was sollten deine Leser über Evergreen Media und deine Arbeit wissen?

Bei uns geht es ein wenig anders zu als bei anderen Agenturen. Wir sind ein eingeschworenes Team, das es gerne ruhig und geordnet mag. Bei uns gibt es Telefonate nur nach Terminvereinbarung. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber wir schwören darauf.

Die meisten im Team sind Quereinsteiger und haben sich bei der Arbeit in die hohe Kunst der Suchmaschinenoptimierung verliebt. Dadurch gibt es auch viele unterschiedliche Blickwinkel und Ansätze. Jeder hat die Möglichkeit, sich in seine bevorzugte Richtung zu entwickeln, denn nervige Bürojobs gibt es aus meiner Sicht bereits genug.

Wir sind alle sehr ehrgeizig und dafür ist SEO natürlich ein Traum: Laufender Konkurrenzkampf mit einem direkt vergleichbaren Ranking. Da sind „Fist Pumps“ an der Tagesordnung 😀

Als SEO-Dienstleister haben wir unseren Fokus auf Content und Content Design. Hier hat WordPress einen gigantischen Vorteil. Kaum ein CMS macht es einem so einfach, Inhalte schön und für den Nutzer gut konsumierbar aufzubereiten. Tatsächlich ist WordPress eines der Entscheidungskriterien dafür, ob wir die Zusammenarbeit mit einem neuen Kunden aufnehmen oder nicht. Es ist natürlich kein Ausschlusskriterium, aber, wenn ich ehrlich bin, durchaus ein großes Plus.     

Wir machen hauptsächlich laufende SEO-Betreuung für größere Kunden, weil dies für uns die erfüllendsten und interessantesten Projekte sind. Mit Einzelaufträgen für kleinere Firmen ist viel Geld zu verdienen, aber langfristig gesehen macht das keinen Spaß.

3. Vor welchen Herausforderungen stehst du beruflich?

Das schwierigste am Job eines SEOs ist es, Kunden klarzumachen, dass Suchmaschinenoptimierung kein Wunschkonzert ist und Zeit braucht. Außerdem sind jetzt – im Jahr 2019 – die User Experience und die Brand unglaublich wichtig. Das heißt, wir müssen viele Projekte ablehnen, weil die Marke dahinter zu schwach ist (Markenbekanntheit) oder ein Relaunch für den Kunden nicht in Frage kommt.

Es ist vielen Firmen noch nicht ganz klar, dass das Internet nicht mehr in seinen Kinderschuhen steckt. Eine Website zu haben allein reicht eben nicht. Die Website und die Inhalte müssen mittlerweile richtig hochwertig sein, wenn man in größeren Nischen bei Google ganz vorne mitspielen will.

Auch die große Content-Schlacht ist den meisten nicht bewusst. Wer heute nicht zumindest anfängt, Videos etc. zu produzieren, ist bald weg vom Fenster. Das ist den Kunden nicht immer ganz so leicht beizubringen.

Beim Thema WordPress oder generell Websites ist unsere größte Herausforderung, dass Webdesigner eine Website für ihre Kunden und nicht für die Kunden des Kunden bauen. Je mehr Schnörkel à la automatisch abspielende Hintergrundvideos in Endlosschleife, riesengroße Headergrafiken und Slider, desto besser, lautet die Devise. Dabei vertrauen die Großen alle eher auf minimalistische Designs und Performance.

4. Hat dich irgendetwas überrascht, während du dein Evergreen Media aufgebaut hast?

Ich glaube, was mich auch heute noch überrascht, ist, wie langsam sich Firmen an neue Begebenheiten anpassen. Ich bin mit dem Internet aufgewachsen und liebe es, am Puls der Zeit zu sein. Die meisten Unternehmen kommen aber aus meiner Sicht zu langsam in die Gänge. Das Gold liegt auf der Straße, aber sie sehen es nicht.

Außerdem wundert es mich immer wieder, wie wenig Entscheidungen basierend auf Daten getroffen werden. Nehmen wir das Beispiel Website. Die wenigsten sehen sich ihre Analytics-Daten genauer an, fragen die Zielgruppe, wie sie die Website gerne hätten, und lassen die Usability dann von echten Usern testen. Stattdessen treffen die Leute Designentscheidungen, die die Website nie verwenden werden. Wenn man das bei der Produktentwicklung genauso machen würde, wäre man sowas von erledigt 😛

 

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5. Wie sieht die Zukunft für dich in der WordPress Welt aus? 

Durch Gutenberg bzw. den Block-Editor wird es in Zukunft noch einfach für uns sein, wunderschönen Content zu zaubern. Ich freue mich schon richtig darauf, wenn die Technologie ausgereift ist, denn die ganzen unterschiedlichen Page Builder machen uns das Leben schwer. Ein Standard wäre für Firmen, Agenturen und normale WordPress-Nutzer überaus hilfreich.

Ansonsten ist für uns Site Speed ein großes Thema. Mit Georg Griesser haben wir jemanden im Team, der sich nicht nur mit WordPress hervorragend auskennt, sondern auch noch auf Site-Speed-Optimierung spezialisiert ist. Hier wollen wir uns dieses Jahr noch weiter entwickeln, weil Ladezeiten besonders auf Mobile heute häufig noch ein Problem darstellen. AMP ist aus meiner Sicht nur eine Krücke, denn die Technologie bringt diverse Abhängigkeiten mit sich. Man merkt, glaube ich, dass ich nicht ganz so überzeugt von AMP bin 😀    

6. Was suchst du bei einem guten WordPress Hosting?

Support: Es ist essentiell, dass man einen Ansprechpartner hat, der sich mit WordPress und der eigenen Infrastruktur auskennt. Alle wünschen sich immer günstiges Hosting, aber am Ende des Tages ist günstiges Hosting meist dann das wirklich teure Hosting. Technologie: Kostenlose SSL-Zertifikate, PHP7+ und http/2 gehören heute dazu. Die Vorteile sind so groß, dass man als WordPress-Webmaster nicht darauf verzichten kann. Backend: Dev-, Stage-, Prod-Umgebungen und SSH-Gateway braucht man als Agentur im Alltag.

7. Was machst du gerne in deiner Freizeit, wenn du nicht an deinem Laptop sitzt?

Als Innsbrucker liebe ich natürlich die Berge, egal ob im Sommer oder Winter, und verbringe die Zeit dann mit Wandern oder Snowboarden mit meiner Freundin. Darüber hinaus trifft man mich mindestens einmal pro Woche in der Squashhalle. Es gibt wohl keinen anderen Sport, der einen so in die Gegenwart holt und dermaßen „auspowered“.

Weiters bin ich ein absoluter Weiterbildungsjunkie, also ziehe ich mir unterwegs, im Zug, aber auch im Urlaub tonnenweise Hörbücher und Podcasts rein. Die Themen rangieren dabei von Stoizismus bis Business. Mein Bücherregal ist voll und Hörbücher nehmen so wenig Platz ein 😀 Wenn ich es einmal wieder übertrieben habe mit 70-Stunden-Arbeitswochen, dann geht nichts über Wellnessen und Saunieren.

8. Was denkst du, wen sollen wir als nächstes interviewen und warum?

Definitiv Georg Griesser. Wenn es um WordPress und Site-Speed-Optimierung geht, gibt es niemand anderen. Im direkten Vergleich habe ich keinen blassen Schimmer von WordPress 😀

Georg war das erste Mitglied der Evergreen Media Crew und hat nach einem Jahr im Ausland gerade wieder bei uns angefangen. Er betreibt auch seine eigenen Affiliate-Projekte und unterstützt uns bei der technischen SEO und der Performance-Optimierung.

Ich liebe seine minimalistischen Websites. Seiner Meinung nach sind alle wirklich erfolgreichen Websites einfach gestaltet, ganz nach dem Motto: „Weniger ist mehr.“ Usability und Site Speed stehen für ihn bei der Webentwicklung im Mittelpunkt.   


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